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Korea 2015

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Auch dieses Mal war Südkorea, wie zwei Jahre zuvor für David Sojka, ein Erlebnis, auf das das Hagener Quartett mit einem Lächeln im Gesicht zurückblicken kann. „Wir haben Vieles aus Südkorea mitnehmen können, sei es im Sportlichen, wo wir uns mit internationaler Konkurrenz messen durften, oder im rein Kulturellen, wo wir täglich hautnah mit dem koreanischen Volk und dessen Kultur in Berührung kamen“.

Jedoch war die Anreise bereits ein wenig ernüchternd, da an dem Tag derer Ankunft unglücklicherweise das Turnier aus unerklärlichen Gründen bereits begonnen und deshalb Meister Johann Krumpietz  (6. Dan) seine Disziplin „Handkanten-Bruchtest“ verpasst hatte, sehr zu seinem Bedauern.

Die weiteren Tage waren geprägt von erdrückender Hitze, während die Taekwondoka sich in der doch recht kühlen Halle aufhielten und deren Teamkameraden lautstark anfeuerten, um bei dem Geräuschpegel von 4.600 Personen aus 62 Nationen nicht unterzugehen. Generell waren die Bedingungen ungünstig, da die vier nicht wirklich die Möglichkeit hatten, sich vorher zu akklimatisieren, denn das größte Taekwondo-Turnier der Welt „The World Taekwondo Festival - Hanmadang 2015“ in Pyeongtaek stand nun unmittelbar bevor! Die Eröffnungsshow, welche erst am zweiten Tag präsentiert worden war, übertraf erneut alles, was sich Taekwondo Praktizierende bis dato vorstellen konnten. Von akrobatischen mit Taekwondo-Elementen behafteten Einlagen über spektakuläre, für den Laien nicht mehr zu fassenden, in exorbitanter Höhe ausgeführten Bruchtests bis hin zu imposanten und bis zur Perfektion ausgeführten Show-Kämpfe und natürlich auch dem traditionellen Taekwondo war alles, was das Herz eines jeden Taekwondokas begehrt, dabei. Was sollte man auch anderes erwarten, wenn am größten Taekwondo-Turnier der Welt, welches im Geburtsland des Taekwondo stattfindet, teilnimmt und vor sich die Elite des Taekwondo - das Kukkiwon Demo Team und das südkoreanische Militär - das Turnier offiziell eröffnen sieht.

Am darauffolgenden Tag ging es nun für die Hagener zur Sache. So schaffte Marcel Christiansen (3. Dan) am zweiten Turniertag als erstes den Einzug ins Finale in seiner Disziplin „Sidekick Breaking“. Dort setzte sich Marcel bei einer Konkurrenz von 15 Teilnehmern durch, indem er fünf von fünf Bretter mit einem von der Seite ausgeführten Fußstoß zerhackstückelte. Im Anschluss darauf ging Meister Johann Krumpietz an den Start, gleiche Kategorie, aber ein Brett mehr. Auch ihm gelang es, alle sechs Bretter zu zertreten und qualifizierte sich somit, bei einer Teilnehmerzahl von 18 Personen, für das Finale. Nachdem drei von den vier Hagenern sich den Einzug für das Finale sicherten - an dieser Stelle sei gesagt, dass Jennifer Sojka (2. Dan) bereits für das Finale im „High Jump Kick Breaking“ qualifiziert war, da eine Vorrunde nicht notwendig war - musste nun David Sojka (2. Dan) als letztes ran. Zusammen mit über 40 Teilnehmern nahm David an der Disziplin „High Jump Kick Breaking“ teil, einer Disziplin, bei der ein Brett in einer gewissen Höhe mit einem gesprungenen nach oben frontal gerichteten Fußtritt zertreten werden muss, um in die nächste Runde gelangen zu können, bei welcher das Brett anschließend höher gestellt wird. Nach etlichen Runden standen die zehn Finalisten fest, worunter auch David sich zählen konnte.

Am dritten sowie vierten Turniertag standen die Finale an, für welche sich die gesamte Hagener Truppe erfolgsgekrönt qualifiziert hatte. Marcel Christiansen war als erstes dran und zertrat in seiner Disziplin „Sidekick Breaking“ von zehn Brettern drei durch. Damit gelang ihm der Sprung auf den 3. Platz, was zugleich eine Bronzemedaille und eine Bereicherung für das deutsche Team bedeutete. Meister Johann Krumpietz gelang zwar den Einzug ins Finale beim „Sidekick Breaking“, konnte sich jedoch nicht gänzlich durchsetzen und verfehlte nur knapp eine Platzierung auf dem Podest. Ebenso erging es dem Geschwisterpaar Jennifer und David Sojka in ihrer Disziplin „High Jump Kick Breaking“. Beide erreichten zwar das Finale, eine Medaille jedoch war nicht mehr drinnen und mussten sich mit dem 5. Platz zufrieden geben.

Die eigentliche Kerndisziplin, worauf Marcel Christiansen und das Geschwisterpaar David und Jennifer Sojka zahlreiche Wochen zuvor gemeinsam intensiv hintrainiert hatten, nannte sich „Creative Poomsae“. Bei dieser Kategorie handelt es sich um eine Präsentation einer kreativen, selbst ausgedachten Choreographie, eine Art Abfolge von bestimmten Hand- und Fußtechniken, welche als Gruppe vor dem koreanischen Kampfrichtergespann vorgeführt werden muss. So gingen die drei am vierten und somit letzten Turniertag neben den Teams aus Malaysia, Indonesien, Iran, USA - um nur einige Nationen zu nennen, an den Start und belegten am Ende zufrieden den 3. Platz, was auch hier eine Bereicherung für das deutsche Team darstellte.

Die restlichen sieben Tage suchten die vier Taekwondokas und der Rest der mit aus Deutschland angereisten Truppe vergeblich die langersehnte und vollstens verdiente Erholung. Denn für jene Tage stand nun die Studienreise an! Das bedeutete: Morgens sehr frühzeitig aufstehen, den ganzen Tag bei brühender Hitze mit der edelmütigen, motivierten und sehr engagierten Reiseführerin verbringen und abends sehr spät und erschöpft ins Hotel zurückkehren. Besucht worden waren unter anderem das koreanische Nationalmuseum in Seoul, das Taekwondo-Hauptquartier, das Gelbe Meer in Incheon, China Town, Lotte-World (der größte Freizeitpark Südkoreas), ein königlicher Palast sowie zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Humoristische Kampfsport-Shows wie Jump oder gesanglose Musicals um das Thema Kochen wie Nanta sorgten für gute Unterhaltung. Selbstverständlich muss das koreanische Essen hier Erwähnung finden. Täglich wurde sehr oft und sehr viel gegessen - was bei den Koreanern so üblich ist. Das koreanische Volk isst sehr gerne, was bei der gesunden und wohlschmeckenden koreanischen Küche auch unschwer nachzuvollziehen ist. Shoppen durfte natürlich auch nicht fehlen und so wurde eine Shopping-Tour nach der anderen in den größten Einkaufszentren Südkoreas absolviert ehe es soweit war, dass die letzte Tour anstand - die Tour in die Heimat, nach Hause.

Abschließend sei gesagt, dass die vier jeden Moment in Korea genossen haben, obwohl nicht wirklich in diesem Zusammenhang von einem Urlaub gesprochen werden kann. Sie haben viel erlebt, reichlich an Erfahrung dazu gewonnen, sei es im Sport oder im Menschlichen, und sind dankbar für jede Kleinigkeit, welche das Hagener Quartett aus Korea mitnehmen konnte. Es war eine Bereicherung für die Seele und für ’s Leben.

Nun müssen die Erfahrungen aus Südkorea mit ins Training einfließen, damit beim nächsten Mal mehr als nur der 3. Platz drinnen ist. Vielleicht wird das nächste Mal dann nächstes oder übernächstes Jahr sein. Das jedoch lassen die Taekwondoka vom TSV Hagen 1860 noch offen. Eins steht aber fest: Das war nicht das letzte Mal, dass sie Korea besucht haben.


 
 

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